Der Neumond am 10. Oktober 2026 eröffnet die Mondphase des Samhain-Festes. Mit der schwarzen Mondin in der Waage beginnt eine Zeit, in der du als Hexe der Verbindung zu deinen Ahnen nachspürst. Samhain entfaltet sich während dieser Wochen als Schwelle zwischen den Welten. Der Vollmond beleuchtet sie, bevor die abnehmende Mondin tiefer in ihre Dunkelheit führt.

Unsere Ahnen gehören zu unserem Leben. Manche von ihnen hast du geliebt und bis zu ihrem letzten Atemzug begleitet. Andere kennst du aus Erzählungen oder durch eine Eigenart, die sich in deiner Familie bis heute fortsetzt. Von vielen weißt du weder den Namen noch die Geschichte. Dennoch hat ihr Leben das deine möglich gemacht. In dieser Samhain-Mondphase kannst du der Begegnung mit ihnen einen bewusst gewählten Raum schenken.

Divider Spirale

Neumond in der Waage: Deine Verbindung zu den Ahnen

Zum Neumond begegnen sich Sonne und Mond auf 17°21′ in der Waage. Die Mondin verbirgt ihr Gesicht im Sonnenlicht. Für deine Hexenkunst beginnt der Zyklus damit im Unsichtbaren, dort, wo du einer Verbindung erst einmal nachspürst, bevor du ihr eine rituelle Form gibst.

Die Waage besitzt die Fähigkeit, Kräfte miteinander in Beziehung zu bringen. Zu Samhain erhält diese Gabe eine besondere Bedeutung. Du lebst auf dieser Seite der Schwelle, deine Ahnen gehören zur anderen. Zwischen euch besteht eine Verbindung, deren Gestalt du mitbestimmst. Schon das Aussprechen eines Namens kann eine Erinnerung wachrufen und einer Verstorbenen wieder einen Platz in deinem Alltag geben.

Wie möchtest du so einer Verbindung begegnen? Diese Frage verdient Zeit. Eine geliebte Großmutter zu rufen hat eine andere Bedeutung, als sich einer Ahnin zuzuwenden, über die in deiner Familie stets geschwiegen wurde. Auch deine eigene Geschichte mit den Verstorbenen gehört in diese Begegnung. Eure Liebe kann darin fortbestehen, ebenso aber auch ein Konflikt, für den es zu Lebzeiten keine Lösung gab.

Das Gespür der Waage für Gerechtigkeit hilft dir, beides anzusehen. Eine Verstorbene bleibt ein Mensch mit ihrer Geschichte. Du kannst würdigen, was du durch sie empfangen hast, und zugleich benennen, was dich verletzt hat. An der Schwelle von Samhain darf deine Stimme ebenso viel Gewicht besitzen wie die Erinnerung an sie.

Divider Spirale

Venus im Skorpion: Was in einer Bindung verborgen liegt

Venus, die Herrscherin der Waage in der klassischen Astrologie, bewegt sich zu diesem Neumond rückläufig durch den Skorpion. Damit führt die Deutung der schwarzen Mondin bereits in die Tiefe. Was dich mit einem Menschen verbindet, kann weit über das hinausreichen, was du bewusst über eure Beziehung erzählst.

Gerade bei den Ahnen lohnt sich dieser Blick. Ein Satz wie „In unserer Familie war das immer so“ kann eine Macht besitzen, die über Generationen fortwirkt. Du hörst ihn womöglich in dir, während du eine Entscheidung triffst, obwohl die Person, die ihn einst aussprach, längst gestorben ist. Im Skorpion untersuchst du, wie tief diese Stimme reicht und welchen Anspruch du ihr auf dein Leben zugestehst.

Die Venus bildet am Neumond ein beinahe exaktes Quadrat zu Mars im Löwen. Für diese Samhain-Mondphase liegt darin eine Spannung zwischen tiefer Verbundenheit und dem Willen, aus eigener Kraft zu leben. Die magische Arbeit beginnt dort, wo du diese Spannung wahrnimmst. Eine Verbindung kann kostbar sein und dennoch eine neue Grenze brauchen.

Das verändert auch die Art, wie du deine Ahnen rufst. Eine Einladung sollte aus deinem eigenen Willen heraus entstehen. Du bestimmst, welcher Begegnung du Raum gibst und welchem Anliegen sie dient. Als praktizierende Hexe besitzt du Verantwortung für deinen Ritualplatz und für die Arbeit, die dort geschieht.

Merkur steht ebenfalls im Skorpion und noch in der Nähe von Venus. Er lenkt den Blick auf das, was innerhalb einer Verbindung ausgesprochen wurde. Er lenkt den Blick aber ebenfalls auf das Schweigen dazwischen. Für deine Vorbereitung auf Samhain könnte ein alter Brief deshalb bedeutsamer sein als ein eigens gekauftes Ritualobjekt. Lies, was darin tatsächlich steht. Achte darauf, wo deine Erinnerung die Worte ergänzt. Der Brief kann dir eine Seite dieses Menschen zeigen, die in den Erzählungen deiner Familie kaum Platz hatte.

Lilith: Deine Autorität an der Schwelle von Samhain

Lilith steht in diesem Neumondhoroskop im Steinbock und bildet ein nahezu exaktes Quadrat zu Neptun. Für mich erinnert Lilith hier daran, dass du auch im Kontakt mit deinen Ahnen selbst entscheidest, wem du dich öffnest und wo du deine Grenze ziehst.

Zu Samhain kann die Sehnsucht nach einem verstorbenen Menschen besonders stark werden. Du möchtest dich ihm nahe fühlen, noch einmal zu ihm sprechen. Ein Ahnenritual gibt diesem Wunsch einen bewussten Raum. Was du dabei wahrnimmst, kann dich tief bewegen. Lass dir anschließend Zeit, zu verstehen, was diese Wahrnehmung für dich bedeutet.

Für deine Praxis heißt das:

  • Formuliere vor einer Ahnenbegegnung ein klares Anliegen.
  • Sprich aus, wem deine Einladung gilt.

Nach dem Ritual schreibst du zunächst auf, was du wahrgenommen hast. Die Deutung darf später folgen, sobald du wieder im gewöhnlichen Alltag angekommen bist.

So erhält die Samhainschwelle eine bewusste Grenze. Du näherst dich deinen Ahnen mit offenem Sinn und behältst deinen Platz unter den Lebenden. Aus dieser Haltung heraus kann das Neumondritual beginnen.

Divider Spirale

Neumondritual zu Samhain: Ein Band zu deinen Ahnen

Zum Neumond in der Waage kannst du eine Verbindung zu einer verstorbenen Person bewusst erneuern. In diesem Ritual erhält sie durch einen geknüpften Faden eine sichtbare Form. Zugleich sprichst du aus, wie du diese Verbindung in deinem heutigen Leben gestalten möchtest. Es ist eine an die heutige Zeit angepasste Hexenpraxis für diese Samhain-Mondphase.

Wähle dafür einen Menschen, mit dem dich eine liebevolle Erinnerung verbindet. Auch eine geliebte Verstorbene außerhalb deiner Familie kann dir auf diese Weise nahe sein. Nimm dir vor dem Ritual etwas Zeit, um zu überlegen, weshalb du dich gerade ihr zuwenden möchtest.

Bereite einen Platz für eure Begegnung vor

Lege einen längeren Faden aus Wolle oder Baumwolle bereit. Er sollte sich gut knoten lassen. Dazu brauchst du einen Stein, der angenehm in deiner Hand liegt. Stelle ein kleines Gefäß mit frischem Wasser an deinen Ritualplatz. Das Wasser widmest du der verstorbenen Person als Gabe.

Ein Foto oder ein Gegenstand, der euch verbindet, kann daneben liegen. Ihr Name auf einem Stück Papier genügt ebenso. Räume die Fläche vorher frei und reinige sie. Während du den Platz vorbereitest, richte deine Aufmerksamkeit auf den Menschen, den du hier willkommen heißen möchtest.

Setze dich so, dass deine Füße den Boden berühren. Nimm den Stein in die Hand und spüre sein Gewicht. Er steht in diesem Ritual für deinen Platz unter den Lebenden.

Lege ihn vor dich und sprich den Namen der verstorbenen Person aus. Deine Einladung könnte lauten:

„[Name], ich denke an dich und gebe dir heute einen Platz bei mir. Ich lade dich ein, mir mit Wohlwollen zu begegnen. Dieses Wasser schenke ich dir zum Gedenken.“

Knüpfe dein Band

Nimm den Faden mit beiden Händen auf. Ein Ende steht für dich, das andere für die verstorbene Person. Erinnere dich an etwas Konkretes, das euch verbindet. Das kann eine gemeinsame Begebenheit sein oder etwas, das du von ihr gelernt hast und bis heute bewahrst.

Sprich aus, was dir daran kostbar ist. Du könntest sagen:

„Von dir habe ich gelernt, [deine eigenen Worte]. Das möchte ich in meinem Leben bewahren.“

Führe die beiden Enden zusammen und verknote sie zu einem geschlossenen Band. Während du den Knoten festziehst, benenne die Verbindung, der du damit eine Form gibst:

„Ich knüpfe dieses Band zum Gedenken an dich. Was zwischen uns einst liebevoll bestand, darf in meinem Leben weiterwirken.“

Halte das Band einen Augenblick in deinen Händen. Nun gehört auch deine eigene Grenze in die Arbeit. Gibt es eine Erwartung dieses Menschen, die dich bis heute einengt, kannst du sie konkret benennen. Bleibe dabei bei dem, was du selbst erlebt hast.

„Du hast von mir erwartet, [deine eigenen Worte]. Über diesen Teil meines Lebens entscheide ich ab heute selbst.“

Auch ohne einen solchen Konflikt kannst du deine Eigenständigkeit aussprechen:

„Mein Leben liegt in meiner Verantwortung. Ich ehre deine Geschichte und gehe meinen eigenen Weg.“

Lege das Band um den Stein. So finden die Erinnerung an die verstorbene Person und dein eigener Platz im Leben zusammen.

Schließe die Begegnung bewusst

Bleibe noch eine Weile sitzen. Du kannst der verstorbenen Person etwas erzählen, das du ihr gern sagen möchtest. Lass danach einen stillen Moment folgen, ohne auf eine Antwort zu drängen oder sie herbeiführen zu wollen.

Zum Abschluss nimmst du den Stein wieder in die Hand. Spüre sein Gewicht und den Boden unter deinen Füßen. Sprich:

„[Name], ich danke dir. Für heute beende ich diese Begegnung. Du hast deinen Platz, ich habe meinen. Ich kehre mit meiner Aufmerksamkeit in mein gegenwärtiges Leben zurück.“

Lege den Stein mit dem Band an deinen Ritualplatz. Dort kann er bis zum Vollmond am 26. Oktober oder die gesamte Mondphase über bleiben. Spüre selbst, was sich für dich richtig anfühlt. Der Stein soll dich an das erinnern, was du ausgesprochen hast. Die rituelle Begegnung selbst ist geschlossen.

Das Wasser kannst du anschließend einer Pflanze geben. Bewahre das Foto oder den Erinnerungsgegenstand an einem für dich passenden Ort auf. Schreibe nach dem Ritual auf, was dich bewegt hat und welche Grenze du benannt hast. Am Vollmond kannst du diese Worte erneut lesen und prüfen, ob du sie inzwischen in deinem Alltag integriert hast.

Divider Spirale

Die zunehmende Mondin: Samhain rückt näher

Nach dem Neumond wächst die Mondin wieder ins Sichtbare. Auch deine Arbeit kann jetzt im Alltag Gestalt annehmen. Du hast im Ritual ausgesprochen, welche Verbindung du bewahren möchtest. In den kommenden Tagen kannst du ihr Aufmerksamkeit schenken. Vielleicht steigt eine Erinnerung auf, die dich zu einer Frage führt, die du bisher nie gestellt hast. Oder du führst ein Gespräch mit einer älteren Verwandten, welche dir etwas über einen Menschen erzählen kann, den du nur aus deiner eigenen Kindheit kanntest.

Dabei lohnt es sich, genau hinzuhören. In Familien leben Geschichten oft lange in derselben Fassung weiter. Jemand galt als schwierig, eine andere als selbstlos. Solche Urteile können ein ganzes Leben überdecken. Frag nach einer konkreten Begebenheit. Was hat dieser Mensch getan? Unter welchen Umständen hat er gelebt? Zu Samhain darfst du auch die Seiten deiner Ahnen anschauen, über die in deiner Familie selten gesprochen wurde.

Auch das Band an deinem Ritualplatz kann dich an eine konkrete Handlung erinnern. Hast du beim Knüpfen beispielsweise eine Fähigkeit gewürdigt, die du von einer Verstorbenen gelernt hast, nimm sie wieder auf. Bereite ihr Rezept zu oder verwende ein Werkzeug, mit dem sie gearbeitet hat. Durch deine Hände bekommt die Erinnerung einen greifbaren Platz in deinem gegenwärtigen Leben.

Pluto berührt die alten Bindungen

Am 16. Oktober wird Pluto auf 3°04′ im Wassermann wieder direktläufig. Wenige Tage später, am 20. Oktober, bildet die rückläufige Venus im Skorpion ein exaktes Quadrat zu Pluto. Für die Deutung dieser Mondphase verdichtet sich damit die Frage, welche Macht eine Bindung über dich besitzt.

Eine alte Erwartung kann sich gerade dann bemerkbar machen, wenn du etwas anders machst als deine Familie. Du hast im Ritual deine eigene Entscheidung ausgesprochen, doch bei der nächsten Gelegenheit kommt das vertraute Schuldgefühl zurück. Hier beginnt die Arbeit, die über den Ritualplatz hinausführt. Beobachte, welcher Gedanke dahintersteht und wessen Worte du darin wiedererkennst.

Die rückläufige Venus lädt dich dazu ein, eine Verbindung erneut zu betrachten. Pluto führt an die Stelle, an der sie dich tief berührt. Du kannst einen Menschen lieben und trotzdem erkennen, dass eine seiner Überzeugungen dein Leben eingeengt hat. Eine klare Grenze verändert die Beziehung, die du heute zu dieser Erinnerung hast.

Schreibe den Satz, der dich einengt, auf ein Blatt Papier. Lies ihn laut, damit du hörst, was er tatsächlich mit dir macht. Darunter setzt du deine heutige Entscheidung in deinen eigenen Worten. Lege das Blatt zunächst neben den Stein mit dem Band. Zum Vollmond wirst du darauf zurückkommen.

Die Sonne tritt in den Skorpion

Mit dem Eintritt der Sonne in den Skorpion am 23. Oktober gewinnt die Samhainzeit weiter an Tiefe. In meinen Deutungen gehört zum Skorpion die Fähigkeit, jeder Grenzsituation mit Wahrhaftigkeit zu begegnen. Unter seinem Einfluss kannst du den Mut finden, auch nach dem zu fragen, worüber in deiner Familie bisher geschwiegen wurde.

Die Ahnenarbeit sollte solche Fragen stellen! Weshalb wurde der Name eines Menschen kaum oder nie erwähnt? Was geschah, bevor es einen Bruch in der Familie gab? Manche Antworten lassen sich durch Gespräche oder alte Unterlagen finden. Andere bleiben offen. Als Hexe kannst du auch dem Ungeklärten einen Platz schenken, ohne seine Geschichte vorschnell zu vervollständigen.

Am 24. Oktober beginnt Merkur im Skorpion seine Rückläufigkeit. Am selben Tag stehen die rückläufige Venus und die Sonne im Skorpion am gleichen Punkt des Tierkreises. Ihre Konjunktion lädt dich ein, auf deine Verbindung zu einem verstorbenen Menschen zu schauen und dir dabei die Frage zu stellen: Was möchtest du von diesem Menschen in deinem Leben bewahren?

Einen Tag später kehrt die Venus in die Waage zurück. Damit kommt die Frage des Neumondes erneut zur Sprache: Wie möchtest du die Verbindung gestalten? Was du in der Tiefe betrachtet hast, verlangt nun eine bewusste Antwort. Bist du dabei in einem Konflikt, so denke immer daran: Du darfst diesen Menschen weiter lieben und dich an ihn erinnern. Was er einst von dir verlangt hat, darfst du aber dennoch hinter dir lassen.

Am 25. Oktober werden außerdem die Uhren auf Winterzeit zurückgestellt. Der Abend beginnt dann früher, die Dunkelheit erhält also mehr Raum in den gewohnten Tagesabläufen. Für deine Praxis könntest du einen dieser Abende bewusst freihalten. Setze dich an deinen Ritualplatz und lies noch einmal, was du zum Neumond aufgeschrieben hast.

Divider Spirale

Vollmond am 26. Oktober: Samhain zwischen Erde und Unterwelt

Am 26. Oktober um 05:12 Uhr steht die volle Mondin auf 2°46′ im Stier. Gegenüber befindet sich die Sonne im Skorpion. In diesen Tagen von Samhain kann die Sehnsucht nach unseren Ahnen besonders spürbar sein. Du erinnerst dich an einen Menschen und würdest ihm so gern erzählen, was seit seinem Tod in deinem Leben geschehen ist. Auf einmal fehlt dir seine Stimme wieder, obwohl du lange gut mit diesem Verlust leben konntest.

Zum Stier gehört das alte Wissen der Erde. Unser Körper ist ein Teil davon. Über unsere Sinne kann uns auch die Erinnerung an einen geliebten Menschen wieder nahekommen. Nimm dafür ein Erinnerungsstück in die Hand und spüre seine Oberfläche. Ein altes Wolltuch erinnert dich womöglich daran, wie es sich anfühlte, dich an deine Großmutter zu schmiegen. Lass dir einen Moment Zeit mit dem, was dabei in dir geschieht. An deinem Ritualplatz kannst du ihr davon erzählen und so beginnen, mit ihr zu sprechen.

Deinen Ahnen näherkommen

Die Sonne im Skorpion führt die Begegnung weiter in die Tiefe. Mit den Jahren verändert sich oft unser Blick auf einen verstorbenen Menschen. So kann es sein, dass du heute etwas verstehst, das dir früher rätselhaft war. Oder eine Erzählung bekommt eine andere Bedeutung, weil du inzwischen selbst erlebt hast, wie schwer manche Entscheidungen sein können.

Nutze dies in dieser Mondphase. Du kannst deinen Ahnen noch einmal anders begegnen. Die Großmutter, die dir aus deiner Kindheit so vertraut ist, hatte ein ganzes Leben, bevor du geboren wurdest. Welche junge Frau war sie? Wovon hat sie geträumt? Ein Foto oder ein Gespräch mit jemandem, der sie damals kannte, kann dir eine Seite von ihr zeigen, die du bisher kaum gekannt hast.

Auch die Ahnen, von denen dir nur ein Name geblieben ist, dürfen einen Platz bekommen. Du kannst ihren Namen auf deinen Ahnenaltar legen und aussprechen: „[Name], ich weiß so wenig von dir. Heute möchte ich deiner gedenken.“

Was dir noch auf der Seele liegt

Pluto im Wassermann bildet zu diesem Vollmond ein beinahe exaktes Quadrat zur Sonne und zur Mondin. Für mich berührt diese Verbindung auch das, was uns nach dem Tod eines Menschen weiterhin beschäftigt. Das kann ein Gespräch sein, das unvollendet blieb. Oder etwas hat dir sehr wehgetan und doch wurde nie darüber gesprochen.

An deinem Ritualplatz darf all das zur Sprache kommen. Du kannst einem Menschen sagen, dass du ihn vermisst, und ihm erzählen, was dir mit ihm schwergefallen ist. Deine Erinnerung darf beides bewahren. Zu lieben verlangt viel Ehrlichkeit, auch über den Tod hinaus.

Während der zunehmenden Mondin hast du eine alte Forderung und deine heutige Entscheidung aufgeschrieben. Nimm dieses Blatt jetzt noch einmal zur Hand. Wie geht es dir, wenn du die Worte liest? Vielleicht ist dir inzwischen deutlicher geworden, was du dir für dein eigenes Leben wünschst.

Du kannst den Namen des Menschen aussprechen und sagen:

„Ich habe mich lange nach deinen Worten gerichtet. Heute möchte ich meinen eigenen Weg gehen. Was zwischen uns liebevoll war, ist mir weiterhin kostbar.“

Lass dir danach einen Moment Ruhe. Es kann ungewohnt sein, etwas auszusprechen, das so lange in dir verschlossen war.

Nimm dein Band wieder in die Hand

Hole den Stein mit dem geknüpften Band zu dir. Zum Neumond hast du gesagt, was du von diesem Menschen bewahren möchtest. Erinnere dich daran, während du den Faden berührst. Gab es in den vergangenen Wochen einen Augenblick, in dem dir dieses Geschenk wieder begegnet ist?

Lilith im Steinbock steht zum Vollmond im Trigon zur Mondin und im Sextil zur Sonne. Ich sehe darin eine Ermutigung, auch in dieser tiefen Verbundenheit auf die eigene Stimme zu hören. Du bist die lebende Frau an diesem Ritualplatz. Vor dir liegt ein Leben, das du selbst gestalten darfst.

Das Band kann als Zeichen eurer Verbindung um den Stein gewickelt bleiben. Nimm nun noch einmal das Blatt zur Hand, auf dem du die alte Forderung und deine eigene Entscheidung aufgeschrieben hast. Falte es so, dass deine Worte oben liegen, und lege es neben den Stein. Bis zum nächsten Neumond erinnert es dich daran, welchen Weg du für dich gewählt hast.

Nach dem Vollmond nimmt die Mondin langsam ab. Auch du darfst dir Zeit lassen mit dem, was all das in dir bewegt hat. Durch die kommenden Samhaintage begleitet dich nun die Frage, wie du deinen Toten nahe sein und zugleich deinem eigenen Leben Raum geben möchtest.

Divider Spirale

Ausblick: Die schwarze Mondin im Skorpion

Während die Mondin wieder schmaler wird, entfaltet sich die Samhainzeit weiter. Auch nach der Nacht zum 1. November kannst du deinen Ahnen nahe sein. Manches, was dich in diesen Wochen bewegt hat, braucht Zeit, bis es wirklich greifbar für dich wird.

Am 9. November folgt der Neumond im Skorpion. In meiner Hexenpraxis fühle ich, dass gerade diese dunkle Mondnacht das Herz von Samhain sein könnte. Die schwarze Mondin trifft auf den Skorpion, ein Zeichen, das tief in die Unterwelt führt und sich den Geheimnissen von Tod und Wandlung zuwendet. Diesem Gedanken möchte ich im nächsten Mondartikel weiter nachgehen. Für jetzt wünsche ich dir eine Samhainzeit, in der du deinen Ahnen nahe sein kannst und dich selbst dabei liebevoll im Blick behältst.

Divider Spirale
13 Nächte, 13 Tore. Dein Rauhnachtskurs mit Alexa Szeli
Nur bis zum 14. Oktober mit 20€ Rabatt.
Der Rauhnachtskurs ist wieder online!
0
0
0
0
Days
0
0
Hours
0
0
Minutes
0
0
Seconds