Du kommst nach Hause, ziehst die Tür hinter dir zu und atmest erstmal auf. Es fühlt sich gut an. Du bist wieder in deinem eigenen Raum.
Heimkommen sollte sich gut anfühlen. Gerade im Herbst, wenn es früher dunkel wird und du mehr Zeit im Haus verbringst, spürst du vielleicht besonders deutlich, wie wichtig dir dein Zuhause ist. Hier möchtest du dich wohlfühlen und zur Ruhe kommen.
Diese Schwelle lässt ungeschützt jedoch so manches durch. Da war dieses unangenehme Gespräch mit dem Chef. Es ist einfach mit hindurchgeschlüpft. Du hörst die Worte noch, während du in deiner Küche stehst und dir einen Tee kochst. Du hörst sie auch noch, wenn du dich auf dem Sofa in deine Lieblingsdecke einkuschelst.
Oder andersherum. Ein Besuch ist gegangen. Obwohl es vielleicht ganz schön war, brauchst du irgendwie eine ganze Weile, bis sich dein Zuhause wieder nach dir anfühlt. Kennst du das?
Mit verschiedenen kleinen Schutzzaubern an deiner Haustür wird es sich zum Guten wenden.

Lass deine Haustür zur magischen Grenze werden
An deiner Schwelle ist so einiges los. Da kommt der Postbote, Freunde, der Schwiegervater. Menschen treten über deine Schwelle in dein Leben. Das ist schön, hoffentlich zumindest. Du öffnest ihnen gerne deinen persönlichen Raum. Doch wisse auch, dass sie immer etwas mitbringen, selbst wenn sie kein Geschenk dabei haben. Ihre Energie, ihre Probleme und Sorgen mischen sich in deine heimischen Energien. Sie durchziehen die Räume, in denen du schläfst und dich von der Welt da draußen erholst.
So eine Haustür ist wunderbar. Du kannst sie öffnen und schließen. Du bestimmst, ob du jemanden hereinbittest und ebenso, ob es für heute genug ist. Das ist die erste Form deiner Schutzmagie. Sie wirkt sehr zuverlässig, wenn du deine Grenzen achtest.
Du kannst aber noch mehr tun! Früher versahen die Menschen ihre Eingänge beispielsweise mit Schutzamuletten. So weiß man von Ebereschenamuletten und natürlich durchlöcherte Steine, die an Türen befestigt wurden. Ich mag sie unter dem Namen Hagstones. Sie sollten schädliche Zauber fernhalten.
Ich bin sicher, die alten Hagazussas wussten sie zu nutzen. Und doch gab es eine Zeit, in der eben diese Schutzzauber, Symbole und Amulette gegen sie verwendet wurden und noch immer werden. Welch ein Irrsinn.
Wir holen uns die alte Magie zurück und verweben sie mit unserem heutigen Wissen. Bist du dabei?

Die Vogelbeerenkette: Ein Schutz vor bösen Mächten und dunklen Energien
Die roten Vogelbeeren leuchten uns im Herbst an vielen Orten entgegen. Und diese kleinen Beeren haben schützende Kräfte. In der Sammlung des Museum of Witchcraft and Magic befindet sich eine aufgefädelte Vogelbeerenkette, die als Schutzamulett eingeordnet ist.
Sammle eine kleine Menge sicher bestimmter Vogelbeeren und lass reichlich Früchte für die Vögel am Baum. Zu Hause zündest du dir eine Kerze an. Du nimmst einen roten oder schwarzen Naturfaden und fädelst die Beeren mit einer Nadel auf. Du kannst die Nadel und den Faden vorher durch den Rauch einer Schutzräucherung ziehen.
Während deine Hände Beere für Beere auffädeln, konzentriere dich auf ihre Aufgabe, dein Zuhause zu schützen. Du kannst den Schutz mit einer Beschwörung stärken, die du immer wieder beim Fädeln sprichst:
„Faden aus Blut und Frucht aus dem Hain,
verbinde ich, so soll es sein.
Beere für Beere, Stich für Stich,
webe Schutz und Zauber ich.
Was schadet mir, das bleibe fern,
was gut mir tut, das bleibe gern.
Ein Band knüpf ich, der Kreis ist rein,
so soll es von dieser Stund‘ an sein!“
Lass dir Zeit mit dem Knüpfen. Verbinde dich, webe und setze eine klare Absicht.
Lass die Kette anschließend an einem luftigen, trockenen Platz trocknen. Sobald die Beeren vollständig getrocknet sind, hängst du sie innen an deine Tür oder an den Rahmen.
Es sollte selbstverständlich sein, aber dennoch: Beerenamulette gehören außer Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren.

Ein Ebereschenzweig am Eingang
Bleiben wir bei der Eberesche. Auch ein schlichter Zweig hat seinen Platz in den Überlieferungen. Das Pitt Rivers Museum beschreibt einen irischen Brauch, bei dem ein Ebereschenzweig am Vorabend des ersten Mai über die Tür kam, um vor Feen zu schützen. Ich bin sicher, er schützt zu jeder Jahreszeit und gewiss auch jetzt im Herbst mit Beeren daran.
Bevor du ihn am oberen Türrahmen befestigst, halte ihn einen Moment in der Hand. Schau ihn dir an und sprich deutlich aus, was fortan seine Bestimmung ist:
„An dieser Schwelle bewahrst und schützt du meinen Raum.“

Hinter diesen kleinen Schutzzaubern liegt eine Magie, in die es sich intensiver einzutauchen lohnt. In meinem Kreis auf Steady lernst du weitere Schutzzauber für die Schwelle kennen und wir vertiefen die Arbeit mit ihnen. Du bist herzlich eingeladen, unserem Kreis beizutreten.

So erneuerst du den Schutz an deiner Haustür
Schau gelegentlich nach deinem Türschutz. Naturmaterialien verändern sich. So eine Schnur kann sich lösen. Zweige können mit der Zeit brüchig werden. Entferne feuchte oder schimmelnde Materialien und ersetze sie.
Ziehst du um, so webe deine Schutzzauber neu. Lass Kette, Kreuz und Zweig am alten Ort zurück, denn mit diesem sind sie verbunden.


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